Generalsuperintendent Ernst Stoltenhoff Foto: ohne Angaben

Generalsuperintendent Ernst Stoltenhoff

1907, 1909, 1928-1953, 1958

Umfang: 4,5

lfd. Nummern: 215

Findmittel: 1990

Signatur: 6HA 001

Generalsuperintendent Ernst Stoltenhoff PDF 320 KB

Das Amt des  Generalsuperintendenten wurde mit Kabinettsorder vom 7. Februar 1828 geschaffen. Es war dem Konsistorium der Evangelischen Kirche der Rheinprovinz beigeordnet. Als Vertreter des staatlichen Kirchenregiments und im Gegenüber zu dem synodal gewählten Präses der Provinzialsynode übte der Generalsuperintendent die geistliche Leitung aus.

Ernst Stoltenhoff (1879-1953) wurde 1928 zum Generalsuperintendenten der Evangelischen Kirche der Rheinprovinz berufen. Ludwig Müller verfügte als preußischer Landesbischof seine Entlassung zum 1. April 1934. Die zweite Amtsperiode dauerte vom 25. Mai 1936 bis 1949. Der Bestand dokumentiert die Geschäftstätigkeit des Generalsuperintendenten. Daneben bilden die Liquidation der "Deutschen Evangelischen Heimstättengesellschaft (Devaheim)" und seine Lebenserinnerungen, die seine Beziehung zur Bekennenden Kirche, insbesondere dem heinischen Bruderrat, zum Konsistorium, zu den Kirchenausschüssen, zur Deutschen Evangelischen Kirche und zur Bildung der selbständigen rheinischen Landeskirche nach 1945 beleuchten, weitere Schwerpunkte.

Inhalt: Kirchenverfassung (u.a. Korrespondenz mit Besatzungsstellen, Entnazifizierung) 1933-1950 - Kirchliche Dienste (u.a. Pfarrstellenbesetzung, Personalangelegenheit Stoltenhoff) 1928-1948 - Unterrichtswesen, Schulen (u.a. Korrespondenz mit Predigerseminar Düsseldorf) 1929-1948 - Liebes- und Fürsorgetätigkeit, Kulturelles Leben (u.a. Jugendpflege, Innere Mission) 1929-1948 - Kirchliche Werke, Vereine und Gesellschaften (u.a. Jerusalem-Verein, Evangelische Frauenhilfe im Rheinland, Rheinische Gesellschaft zur Förderung der evangelisch-theologischen Wissenschaft) 1920-1948 -  Einweihungen, Einladungen, Bauvorhaben 1928-1948 - Zusammenbruch der Deutschen Evangelischen Heimstättengesellschaft (Devaheim), sowie der "Deutschen Entschuldungs- und Zweckspar-Aktiengesellschaft" (Deuzag) und Hilfeleistungen des Baugenossen-Hilfswerks e.V. 1927-1938 - Allgemeine Korrespondenz 1929-1946 - Briefjournale und Geschäftstagebücher 1907, 1909, 1934-1940 -  Lebenserinnerungen 1929-1952.

Literatur: Heinrich Müller, Hg., D. Ernst Stoltenhoff, Moers 1956; Ernst Stoltenhoff, Die gute Hand Gottes. Lebenserinnerungen des letzten rheinischen Generalsuperintendenten (1879-1953) (SVRKG 85), Köln 1990; Jürgen Kampmann: Eingebunden oder eigenständig? Der theologische Dissens über die Rolle der evangelischen Kirche im Dritten Reich als Hintergrund der Trennung Bischof Oberheids von Generalsuperintendent Stoltenhoff an der Jahreswende 1933/34, in: MEKGR 43 (1994), S. 283-292.