Lötzbeuren

1663-1992

Umfang: 29

lfd. Nummern: 732

Findmittel: 2016

Signatur: 4KG 103B

Ev. Kirchengemeinde Lötzbeuren PDF 248 KB

 Das Dorf Lötzbeuren, das bis ins 18. Jahrhundert zwischen der Vorderen und der Hinteren Grafschaft Sponheim umstritten war, gab immer wieder Anlass zu hoheitlichen und konfessionellen Auseinandertsetzungen. Insbesondere die Markgarfschaft Baden-Baden Baden, die zu 4/5 an der Vorderen Grafschaft Sponheim und zugleich zur Hälfte an der Hinteren Grafschaft Sponheim beteiligt war, versuchte Lötzbeuren für die Vordere Grafschaft in Anspruch zu nehmen und betrachtete den Ort seit 1707 als badisches Eigentum, ohne damit jedoch nachhaltigen Erfolg zu haben. Bei der Teilung der Hinteren Grafschaft 1776 verzichtete Baden endgültig zugunsten von Pfalz-Zweibrücken auf den Ort. Streitigkeiten um die Landesherrschaft gab es aber auch mit Kurtrier. Da die kurtrierischen Leibeigenen die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung stellten, rechnete Trier das Dorf zu seinem Besitz. Dennoch blieb die Gemeinde blieb lutherisch, obwohl Kurtrier den Katholizismus und Kurpfalz 1619 den Calvinismus einzuführen suchten.

Das Filial Raversbeuren kam in der Reformationszeit unter pfälzische Herrschaft und wurde seitdem pfarramtlich von Lötzbeuren mitversorgt. Von 1723 bis 1918 war es eigene Pfarrei. 1918 wurde die Pfarrstelle in Raversbeuren endgültig aufgelöst und die Kirchengemeinde pfarramtlich mit Lötzbeuren verbunden. Raversbeuren wurde durch diesen Verbund ebenfalls 1972 mit dem aufgelösten Kirchenkreis Trarbach in den 1973 neu gebildeten Kirchenkreis Simmern-Trarbach.

Der geordnete Bestand hat eine Laufzeit von 1663-1990, weist aber zum Teil große zeitliche Lücken auf, ebenso sind nicht alle Registraturplangruppen vorhanden. Eine Besonderheit des Bestandes liegt darin, dass die Pfarrer bei der Registraturführung – offensichtlich aus Papiermangel – häufig keine Materientrennung durchgeführt und Vorgänge der verschiedensten Art auf ein und dasselbe Schriftstück geschrieben haben. Dies macht das Auffinden einzelner Vorgänge im Findbuch mitunter schwierig.

Der Bestand umfasst 732 Verzeichnungseinheiten und ist in 29 Archivkartons verpackt.