Tag der Archive am 3. März 2012

Das Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland

beim 6. Tag der Archive

am Samstag, den 3. März 2012

Düsseldorf, Weiterbildungszentrum am Bertha-von-Suttner-Platz (Nähe Hauptbahnhof)

Am 3. März 2012 findet der 6. Tag der Archive statt. Dabei öffnen bundesweit hunderte von Archiven ihre Türen und Magazine und präsentieren sich der interessierten Öffentlichkeit. Die Düsseldorfer Archive aller Sparten zeigen sich bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit vielfältigem Rahmenprogramm im Weiterbildungszentrum am Bertha-von-Suttner-Platz.

Diesmal steht der Düsseldorfer Tag der Archive unter dem vom Verband deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA) herausgegebenen bundesweiten Jahresmotto „Feuer, Wasser, Krieg und andere Katastrophen“.

Wie bereits im Jahr 2010 gibt es eine gemeinsame Fotoausstellung aller teilnehmenden Archive, in der die einzelnen Archive Bilder zum Jahresmotto präsentieren. Diese Ausstellung ist bereits ab dem 18. Februar im Foyer des WBZ zu sehen.

Unter dem Jahresmotto „Feuer, Wasser, Krieg und andere Katastrophen“ präsentiert sich auch das Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland mit seinem Stand am 3. März. Diesmal wird dargestellt, wie rheinische Theologen die Katastrophe des Zweiten Weltkrieges erlebt haben und dabei gleichzeitig eine besondere Quellengattung in den Mittelpunkt gerückt werden: die Feldpost.

Rheinische Theologen, vor allem Vikare und Hilfprediger aber auch Pfarrer, wurden, ebenso wie alle anderen Berufsgruppen, zur Wehrmacht eingezogen: bis Mitte 1944 waren mehr als die Hälfte von ihnen im Kriegseinsatz. Dabei mussten sie sich nicht nur mit den völlig veränderten Lebensbedingungen arrangieren, sondern auch mit dem teilweise als unüberbrückbar empfundenen Gegensatz zwischen Soldatentum und Pfarramt.

Die wichtigste Verbindung zwischen den im Felde stehenden Soldaten und den Daheimgebliebenen stellte die Feldpost dar. Forscher gehen davon aus, dass während des Zweiten Weltkrieges insgesamt etwa 33 Milliarden Briefe und Karten aus dem und ins Feld verschickt wurden. Beinah 9.000 solcher Karten und Briefe rheinischer Theologen lagern in den Beständen des AEKiR. Diese richten sich überwiegend an die jeweilige Dienststelle, also das Konsistorium oder den Bruderrat der Bekennenden Kirche.

Lange wurde der Aussagewert von Feldpostbriefen wegen der strikten Zensurmaßnahmen eher gering eingeschätzt. Das Interesse an dieser Quellengattung hat in den vergangenen Jahren aber zugenommen. Mehr und mehr stellt sich heraus, dass bei weitem nicht alle Briefe den offiziellen Weg über die Zensurstellen nahmen und dass außerdem viele Informationen zwischen den Zeilen zu finden sind. Mittlerweile wird die Feldpost als Quelle „subjektiver Lebenswirklichkeit“ geschätzt.

Die ausgewählten Stücke haben gleich doppelte Aussagekraft: Zum einen präsentieren sie rheinische Theologen als „normale“ Soldaten, zum anderen verdeutlichen sie, wie offen sie in den Briefen ihr aktuelles Befinden an die heimatlichen Dienststellen übermittelten und damit tatsächlich „subjektive Lebenswirklichkeit“ lebendig werden lassen.