Archivbibliothek

Theologiestudent in einer Bibliothek

Foto: H. Lachmann

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Online-Kataloge

Mit diesen Link gelangen Sie zu den Online-Katalogen der Bibliotheken des Landeskirchlichen Archivs in Düsseldorf und der Evangelischen Archivstelle Boppard innerhalb des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes (SWB), der sogenannten "lokalen Sicht".

Über diesen Zugang können Sie in unseren beiden Bibliotheken recherchieren. Der Katalog umfasst über 80.000 Datensätze in Düsseldorf und über 16.000 in Boppard. Das komplette Angebot des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes können Sie mit folgendem » Link aufrufen.

Sammelgebiete und Bestandsgeschichte

Die Bibliothek des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland ist eine historische Fachbibliothek zur evangelischen Kirchengeschichte des Rheinlandes. Vorrangig gesammelt werden alle Publikationen zur Territorial-, Orts- und Personengeschichte der rheinischen Kirche und ihrer Vorläufer. Die Bibliothek ist dem deutschen und innerkirchlichen Leihverkehr angeschlossen.

Das Archiv verfügt von seiner Gründung 1853/54 an über eine Handbibliothek. Zu den Aufgaben des Archivs zählte die Pflege und Erhaltung »der seltenen Drucksachen«, vor allem der Kirchenordnungen und Agenden aus vorpreußischer Zeit. Fortan wurden gezielt gesammelt:

  • Gemeinde- und Jubiläumsschriften aus der Rheinprovinz,
  • wichtige kirchliche Zeitschriften
  • Synodalprotokolle
  • rheinische Katechismen,
  • Gesangbücher,
  • Predigten und Biografien rheinischer Pfarrer und
  • Jahresberichte und Mitteilungen kirchlicher Anstalten und Gesellschaften.

Auch wenn den rheinischen Kirchengemeinden eine Pflichtabgabe nicht verbindlich gemacht werden konnte, wurde doch anlässlich der Provinzialsynoden regelmäßig auf dieses Ziel hingewiesen und der Erwerb von Nachlässen empfohlen.

An nennenswerten Abgaben aus Privatbesitz, die in den Bibliotheksbestand eingingen sind, seien genannt:

  • Professor Johann Wilhelm Ludwig Krafft,
  • Pfarrer Johann Gerhard Sardemann,
  • Pfarrer Wilhelm Rotscheidt,
  • Gotthilf Ammer,
  • Pfarrer Julius Schumacher,
  • Kommerzienrat Karl Philipp Harraeus,
  • Pfarrer Heinirch Rodewald,
  • Professor Wilhelm Goeters,
  • Johannes Hasenkamp,
  • Konsistorialrat Heinrich Läufer,
  • Pfarrer Hugo Fröhlich,
  • Pfarrer Präses Johannes Beckmann,
  • Pfarrer Martin Rohkrämer und
  • Professor Dr- J.F. Gerhard Goeters.

Neben privaten Nachlässen erwarb das Archiv um 1880 Bücher des ehemaligen Protestantischen Vereins, der sich der Auseinandersetzung mit der katholischen Kirche angenommen hatte. Ferner wurden Bücher von Kirchenkreisen (z.B. Altenkirchen, Moers) und von einzelnen Kirchengemeinden (z.B. Burg an der Wupper, Düsseldorf) übernommen.

Bestandsbeschreibung

Der Bestand in Düsseldorf umfasst ca. 80.000 bibliografische Einheiten, ca. 63.000 Monografien und 16.800 Aufsätze. Besonders erwähnenswert ist der Bestand alter Drucke des Archivs. Dabei handelt es sich um Inkunabeln und ca. 4.000 Drucke aus dem 16. bis 18. Jahrhundert.

In der Gruppe allegemeine Kirchengeschichte bildet das Kleinschrifttum zum Kirchenkampf der Jahre 1933-1945 einen Schwerpunkt (ca. 800 Titel). Die Gruppe Landesgeschichte Rheinland enthät 267 ältere Titel, die, von einigen Ausnahmen abgesehen (z.B. Werner Teschenmachers Annales, 1638) im 19. Jahrhundert erschienen sind. In der Gruppe rheinische Gemeinde- und Jubiläumsschriften finden sich über 1.100 Titel historischer Bestand. Es dürfte dies die vollständigste Sammlung evangelischer ortsgeschichtlicher Literatur im Rheinland sein. Darunter finden sich kirchengeschichtliche Darstellungen, meist Jubiläumsschriften, und allegemein ortsgeschichtliche Literatur, die auch einen Anteil an evangelischer Kirchengeschichte enthält. Behandelt werden neben kirchengeschichtlichen Themen die Baugeschichte einzelner Kirchen und die Geschichte kirchlicher Einrichtungen.

Umfangreich ist auch die Gruppe der Veröffentlichungen rheinischer Autoren (meist Pfarrer) mit 1.770 Titeln aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Genannt seien die Erbauungsschriftsteller Friedrich Adolf Lampe, Gerhard Tersteegen, Hermann Friedrich Kohlbrügge, Gottfried Daniel Krummacher und Friedrich Wilhelm Krummacher sowie religiöse Volksschriftsteller wie W.O. von Horn (Oertel).

Zum wertvollsten Bestand gehören die Gesetzessammlungen, Kirchenverfassungen, Kirchenordnungen und Agenden, darunter Hermann von Wieds »Einfältiges Bedenken« (Marburg 1544), insgesamt 270 Titel. Zu erwähnen sind weiterhin die Jahresberichte und Festbücher der überwiegend im 19. Jahrhundert gegründeten Vereine und Einrichtungen der rheinischen Kirche. Auch ist eine fast vollständige Sammlung der Protokolle rheinischer Provinzial- und Kreissynoden vorhanden (Provinzialsynode 1835-1946, Kreissynoden 1817-1842 handschriftlich, ab 1842 gedruckt). Insgesamt handelt es sich um ca. 3.000 Protokolle.

Die Gruppe »Biografie« enthält Autobiografien und biografische Literatur auch nicht-rheinischer Persönlichkeiten (ca. 300 Titel vor 1900), die Gruppe »Schulwesen, Sammlungen älterer Verordnungen, Reglements und Schulordnungen« (ca. 50 vor 1900), die Gruppe »Katholica« Literatur zu den »Kölner Wirren«, zum Kulturkampf und zum Duisburger Katechismus über die Entscheidungslehren (vor 1844, insgesamt ca. 50 vor 1900). Die Gruppe »Matrikel, Gemeindeverzeichnisse und Schulgeschichte« umfasst sowohl die ältere Pfarrer- und Theologenverzeichnisse als auch Schriften zur Geschichte einzelner Schulen und Hochschulen (ca. 120 vor 1900). Diese Abteilungen zählen einschließlich der Gruppe »Historische Hilfswissenschaften« insgesamt 5.950 Titel (davon ca. 520 vor 1900).

Die Sammlung von Oberkonsistorialrat Hans Hasenkamp (1878-1964) wurde wegen ihres überwiegend historischen Bestandes gesondert aufgestellt. Von den 101 Titeln stammen 45 aus dem 19. Jahrhundert. Sie wurde nach dem Verlust des Familienarchivs nach 1945 neu angelegt und enthält insbesondere Schriften der Vorfahren Hasenkamps (Christoph Hermann Gottfried, Johann Gerhard, Johann Heinrich, Friedrich Arnold Hasenkamp) und Werke des Pietismus und der Erweckungsbewegung. Zu den Autoren gehören Gottfried Menken, Johann Caspar Lavater und Philipp Jakob Spener (Pia desideria, Frankfurt 1678).

Die in den Akten befindliche graue Literatur (gedruckte Berichte und Protokolle) ist nicht gesondert erfasst, sondern nur über Archivrepertorien zugänglich.

Erschließung

Der Bestand ist über die Bibliothekssoftware WinIBW des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes erschlossen. Auf der Grundlage einer sorgfältigen Sichtung der Neuzugänge stellt das Archiv für das »Jahrbuch für Evangelische Kirchengeschichte des Rheinlandes« die Titel für die jährliche Auswahlbibliografie zur Verfügung.

Für die historische Forschung stellen wir hier sämtliche Jahrgänge des Mitteilungsblatts »Das Evangelische Rheinland. Eine monatliche Umschau über Arbeiten und Aufgaben der Rheinischen Provinzialkirche«, herausgegeben von Pfarrer Ludwig Seiler, Direktor des Evangelischen Pressverbandes für das Rheinland, zur Verfügung.

 

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