5WV 019M

Gustav-Adolf-Frauenarbeit Rheinland

1951, 1966-2004

Umfang: 3,5

lfd. Nummern: 133

Akzessionsdatum: 2001-2006

Findmittel: 2015

Signatur: 5WV 019M

Gustav-Adolf-Frauenarbeit Rheinland PDF 92 KB

Der Gustav-Adolf-Verein ist nach dem bekannten schwedischen König benannt, der 1632 in der Schlacht von Lützen fiel und im 19. Jahrhundert als Vorkämpfer der protestantischen Sache interpretiert wurde. Zum Vereinszweck heißt es bei der Gründung 1843:

„Derselbe hat, eingedenk des apostolischen Wortes Lasset uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen (Gal 6,10), den Zweck, den kirchlichen Bedürfnissen solcher Glaubensgenossen in und außer Deutschland, welche in ihrem eignen Vaterland ausreichende Hilfe nicht finden können, nach Kräften Abhilfe zu leisten.“

Heute hilft das Gustav-Adolf-Werk religiösen Minderheiten in aller Welt. Partner sind protestantische Minderheitskirchen in Europa, Lateinamerika und Zentralasien. Unterstützend wirkt das Werk etwa beim Gemeindeaufbau, bei der Renovierung, beim Kauf und beim Neubau von Kirchen und Gemeinderäumen, bei sozialdiakonischen und missionarischen Aufgaben in den Gemeinden, bei der Aus- und Weiterbildung von kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern u.a. Von Beginn an förderten die GA-Frauenvereine Projekte der Gustav-Adolf-Arbeit durch Erlöse aus Basaren, Spenden bei Festen oder auch Einnahmen durch Vortragstätigkeit. Im Lauf der Zeit entwickelten sich eigene Kontakte zu den ausländischen Partnern, etwa zu den Waldenser-Gemeinden in Italien oder zu kirchlichen Projektträgern in Südamerika.

Bereits 1847 konstituierte sich der „Rheinische Hauptverein der Gustav-Adolf- Stiftung“ und seit ca. 1850 bildeten sich die ersten GA-Frauenvereine. 1910 bestehen im Rheinland 40 dieser Vereine, die ihre Aktivitäten 1929 im Arbeitskreis der rheinischen GA-Frauenvereine bündeln. Die Zerstörung der Geschäftsstelle des Rheinischen Hauptvereins in Duisburg 1943 führt zum Totalverlust von Archiv und Registratur.

1946 bestehen noch 28 rheinische Gustav-Adolf-Frauengruppen. Die deutsche Teilung hat auch gravierende Auswirkungen auf die GA-Arbeit: 1966 bilden sich die getrennten GA-Werke Kassel und Leipzig. Satzungsarbeit ist in der Folge sowohl auf der regionalen Ebene (1983 „Gustav-Adolf-Frauenarbeit in der Evangelischen Kirche im Rheinland“) als auch auf Bundesebene (1992 Vereinigungsversammlung des deutschen GA-Werkes) notwendig. Die Überalterung der Mitglieder führt um die Jahrtausendwende dazu, dass nur noch wenige Ortsverbände aktiv sind. 2012 endet die organisatorische Eigenständigkeit der Frauenarbeit des GAW im Rheinland.

Der Bestand rekrutiert sich hauptsächlich aus drei Abgaben der langjährigen Vorsitzenden Elisabeth Weßler (Düsseldorf), die diese zur dauerhaften Sicherung zwischen 2001 und 2006 an das Archiv der EKiR gegeben hat. Der zeitliche Schwerpunkt liegt daher auf ihrer Amtszeit seit 1983, Gremienprotokolle und Handakten ihrer beiden Vorgängerinnen dokumentieren aber auch die Vereinsgeschichte zurück bis 1966. Einziges überliefertes älteres Schriftstück ist eine Kladde mit den vermittelten Sachspenden seit 1951 (Nr. 119).

Thematisch wird aus der erhaltenen Überlieferung vor allem die enge Vernetzung mit den übrigen Vereinen und Verbänden der kirchlichen Frauenarbeit deutlich. Insbesondere Frau Weßler war auch überregional in den Gremien des Gustav-Adolf-Werkes präsent.

Im Februar 2015 wurde der Bestand im Basiskurs Kirchliche Archivarbeit von ehrenamtlichen Archivbetreuerinnen und Archivbetreuern vorsortiert und bereits teilweise verzeichnet. Die abschließende Bearbeitung durch den Unterzeichneten erfolgte im Juni 2015.

Inhalt:Vorstandsprotokolle; Ortsverbände; Korrespondenz mit der GAW-Zentrale und anderen Einrichtungen der Frauenarbeit in der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Literatur: Gottfried Beck: Im Dienst der Diaspora. 150 Jahre Gustav-Adolf-Werk im Rheinland (SVRKG 107), Köln 1993; Elisabeth Weßler (Hg.): In Rees fing alles an. 150 Jahre Gustav-Adolf- Frauenarbeit im Rheinland, Leipzig 1998; 160 Jahre Gustav-Adolf-Frauenarbeit im Rheinland. Unterstützung protestantischer Minderheiten, o.O., o.J. [2008].

Ergänzende Archivbestände: 5WV 004 (Gustav-Adolf-Werk).