Aachen

1520-1955

Umfang: 14

lfd. Nummern: 205

Akzessionsdatum: 1978

Findmittel: 1960

Signatur: 4KG 004

Ev. Kirchengemeinde Aachen PDF 90 KB

Zwischen 1560 und 1580 bildeten sich in Aachen -z. T. durch Einwanderung aus den Niederlanden- eine deutsch-reformierte, eine wallonisch-reformierte, eine lutherische und eine Mennonitengemeinde. Zusammen stellten sie etwa 60 Prozent der Einwohnerschaft. 1597 führte die Verhängung der Reichsacht über Aachen durch den Kaiser zum Verbot evangelischen Gottesdienstes in der Stadt. Die Gemeinden bestanden fortan heimlich weiter, wobei sich die Lutheraner an Stolberg und die Reformierten an Vorweiden anlehnten. Die Ausübung des Gottesdienstes war ihnen nur im benachbarten holländischen Dorf Vaals zugestanden. Erst die französische Herrschaft brachte den Protestanten in Aachen Religionsfreiheit und 1802 wurde ihnen die Annakirche zugewiesen. Lutheraner und Reformierte schlossen 1837 die Union. 1903 wurde die Filialgemeinde Herzogenrath selbständig, 1933 vereinigte sich die Kirchengemeinde Burtscheid mit Aachen. Der Bestand ist mit Blick auf die wechselvolle Geschichte der Gemeinde und die Kriegszerstörungen 1944-45 auch für die frühe Neuzeit überraschend dicht und aussagekräftig.

Inhalt u.a.: 43 Urkunden 1520-1802; Exercitium religionis der luth. und der ref. Gemeinde (16.-18. Jh.); Korrespondenzen mit anderen ref. Gemeinden (16.-18. Jh.); Personalakten der Pfarrer (u.a. umfangreiche Korrespondenz von Pfr. Georg Ulrich Wenning, 1615-1696); Belege der Kirchen- und Armenkasse 1588-1837; Protokolle der luth. Gemeinde (1586-1837), der ref. Gemeinde (1589-1837) und der unierten Gemeinde (1837-1943); Viktoriaschule Aachen 1868-1942.

Literatur: Rosenkranz, S. 25-27.

Ergänzende Archivbestände: 1OB 008 (Ortsakten Aachen 1854-1971).