Evangelische Archivstelle Boppard

Evangelische Archivstelle Boppard 

Foto: S. Flesch

Evangelische Archivstelle Boppard

Die Evangelische Archivstelle Boppard ist die für den Südteil der Landeskirche (rheinland-pfälzische, saarländische und hessische Kirchenkreise) zuständige Außenstelle des Landeskirchlichen Archivs.

1953 als reines Kirchenbucharchiv in Koblenz gegründet, ist die Außenstelle seit 1996 im ehemaligen Kloster Sankt Martin in Boppard untergebracht und verfügt hier über eine Regalstellfläche von 1.500 laufenden Metern. Seit dem Bezug der neuen Räumlichkeiten erweitert sich die Zahl unserer Bestände stetig. Auch das Aufgabenspektrum der Archivstelle ist größer geworden und umfasst derzeit vier Schwerpunkt:

Archivbestände

Kirchenbücher

  • ca. 6.000 Gemeindekirchenbücher, die zum größten Teil als Mikrofichekopien, teilweise als Digitalisate vorgelegt werden können,
  • ca. 250 Militärkirchenbücher.

Aktenbestände

  • Konsistorium Birkenfeld,
  • Reformierte Inspektion Bacharach,
  • Reformierte Inspektion Simmern,
  • 7 Kirchenkreisarchive
  • 27 Pfarrarchive sowie
  • 11 weitere kirchliche Einrichtungen, u.a. Kirchenschaffnei Meisenheim und Stift Sankt Goar.

Nachlässe

  • verschiedene Pfarrernachlässe

Bibliothek

  • zahlreiche Familienbücher und Ortschroniken.

Zu unserem Online-Katalog gelangen Sie mit diesem » Link. Bitte beachten Sie, dass hier nur die Neuzugänge seit Dezember 2012 eingestellt sind. Im Laufe diesen Jahres werden Sie hier in einem Pool von ca. 70.000 Titeln zur Rheinischen Kirchengeschichte recherchieren können.

Beratung und Betreuung von Kirchengemeinden

Die Archivstelle Boppard ist Ansprechpartner für die Kirchenkreise und Kirchengemeinden im Südteil der Rheinischen Landeskirche für alle archiv- und registraturfachlichen Fragen

  • Einrichtung eines fachgerecht ausgestatteten Archivs,
  • Datenschutzrechtliche Fragen bei der Archivbenutzung,
  • Aussonderung von nicht dauerhaft aufzubewahrendem Schriftgut und
  • Einführung eines Registraturplans.

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Archivpflege

Die Archivstelle Boppard koordiniert die Archivpflege in den elf südrheinischen und den zwei hessischen Kirchenkreisen. In jedem Kirchenkreis überprüft ein ehrenamtlich tätiger Archivpfleger in regelmäßigen Abständen den Zustand der verschiedenen Pfarrarchive und Pfarrregistraturen und vermittelt die dabei gewonnenen Erkenntnis an die Archivstelle. Hier wird entschieden, welche Pfarrarchive durch erfahrene Fachkräfte geordnet und verzeichnet werden. In regelmäßigen Abständen werden die Archivpfleger fachlich fortgebildet. Sie stellen die Bindeglieder zwischen der Archivstelle Boppard und den einzelnen Kirchengemeinden dar.

Südrheinische Archivpfleger

Name Adresse Kirchenkreis
Dieter Sommerfeld Zum Bomfeld 9, 57635 Wölmersen Altenkirchen
Christine Bock Hauptstraße 27, 55767 Leisel Obere Nahe
Uwe Hauth Kirchstraße 22, 56841 Traben-Trarbach Simmern-Trarbach
Dr. Joachim Conrad Dasbachstraße 8, 66346 Püttlingen Saar-West
Wolfgang Lermen Stephanskapellenweg 4, 55559 Bretzenheim An Nahe und Glan
Dr. Andreas Metzing Mainzer Straße 8, 56154 Boppard Koblenz, Wetzlar, Wied
vakant   Saarbrücken
Hartmut Thömmes Johann-Wichern-Straße 22, 66546 Ottweiler Saar-Ost
Erik Zimmermann Hauptstraße 7, 55758 Hottenbach Trier

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Familienforsching in der Archivstelle Boppard - Tipps für Einsteiger

Vorarbeiten

Unser Archiv ist keine Datenbank, in die Sie einen beliebigen Familiennamen eingeben können und eine fertige Stammtafel ausgegeben bekommen. Wenn sie bei uns erfolgreich nach Ihren Vorfahren forschen wollen, müssen Sie bereits bestimmte Vorarbeiten geleistet haben. Denn aus datenschutzrechtlichen Gründen sind bei uns nur Kirchenbücher der Zeit vor 1900 zugänglich. Sie müssen also die Personenstandsdaten Ihrer Vorfahren des 20. Jahrhunderts aus anderen Quellen beschaffen. Befragen Sie am besten noch lebende ältere Verwandte und überprüfen sie diese Informationen anhand der Unterlagen auf den staatlichen Standesämtern. Dort sind ab 1876 - in den linksrheinischen Gebieten sogar ab 1798 - alle Geburten, Heiraten und Sterbefälle registriert, die sich in der jeweiligen politischen Gemeinde ereignet haben. Mit Hilfe dieser staatlichen Unterlagen können Sie schon überraschend weit zurückkommen: Eine Achtzigjährige, die 1876 starb, wurde 1796 geboren. Sind in der Sterbeurkunde auch ihre Eltern erwähnt, so sind sie schon bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts vorgedrungen.

Vorbereitung des ersten Besuchs in der Evangelischen Archivstelle Boppard

Wenn Sie Vorfahren für die "standesamtliche Zeit" (also die Zeit nach 1876) erforscht haben, dann müssen Sie, um noch weiter zurück zu gelangen, in den Kirchenbüchern recherchieren. Bevor Sie jedoch voller Forscherdrang zu uns kommen, sollten sie drei Fragen klären: 1. Waren Ihre gesuchten Vorfahren evangelisch? Lebten sie im Gebiet der heutigen Evangelischen Kirche im Rheinland? Sind die Kirchenbücher für die in Fragen kommende Zeit in der Evangelischen Archivstelle Boppard vorhanden? Nur wenn Sie alle drei Fragen mit Ja beantworten, ist ein Besuch bei uns erfolgversprechend.

Die erste Frage ist in der Regel leicht zu klären, da in den standesamtlichen Unterlagen, die Sie sich ja bereits verschafft haben, die Konfession angegeben ist. Die zweite Frage stellt den Familienforscher manchmal schon vor größere Problemen, weil die landeskirchlichen Grenzen nicht immer mit den heutigen Verwaltungsgrenzen übereinstimmen. Da das Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland mit der zwischen 1822 und 1945 existierenden preußischen Rheinprovinz identisch ist, sollten Sie in Zweifelsfällen ein Ortsverzeichnis von vor dem Zweiten Weltkrieg zu Rate ziehen. Wenn daraus hervor geht, dass der Ort in der Rheinprovinz lag, dann gehört er heute zum Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland. Zur Beantwortung der dritten Frage benutzen Sie bitte am besten das "Verzeichnis der Kirchenbücher dcer Archivstelle Boppard", das sie zum Preis von 13,00 € bei uns erwerben können. Eine Tabelle der Kirchenbuch-Neuzugänge finden Sie auf dieser Webseite unter "Unser Archiv".

In der Regel werden Ihnen in unserem Lesesaal keine Originale vorgelegt, sondern Sie bekommen Mikrofichekopien ausgehändigt, in denen Sie an speziellen Lesegeräten recherchieren können. Der gängige Weg auf der Suche nach den eigenen Vorfahren betseht darin, dass Sie zunächst nach dem Taufdatum des ältesten Ihnen bekannten Vorfahren suchen und anschließend in den Jahren vor der Taufe nach dem Heiratsantrag ihrer Eltern usw. Auf diese Weise können Sie Ihre Vorfahren -je nach Überlieferungslage der Kirchenbücher - teilweise bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen.

Von einzelnen Seiten der Mikrofiches fertigen wir Ihnen gerne Rückvergrößerungen für Ihre Unterlagen an. Die Gebühr für eine Seite beträgt derzeit 0,60 €. Denken Sie bitte daran, bei allen Notizen, die Sie sich bei Ihren Forschungen machen, immer die genaue Signatur des Kirchenbuchs, die Nummer des Mikrofiches und die Kirchenbuchseite anzugeben, auf der Sie interessierende Eintrag zu finden ist. Sie ersparen sich damit viel Zeit, wenn Sie später den gleichen Eintrag noch einmal heraussuchen möchten.

Den Überblick behalten...

Die Freude über erste Forschungsergebnisse wird vielfach dadurch getrübt, dass man nicht recht weiß, wie man die Fülle von erarbeiteten Informationen ordnen soll, und so in dem Wust von Daten schnell den Überblick verliert. Es empfiehlt sich daher, für jede Person (manche Forscher sagen sogar: für jede Amtshandlung, also jede Taufe, Heirat oder Beerdigung) ein eigenes Blatt bzw. im Computer einen eigenen Datensatz anzulegen, in dem alle nach und nach erforschten Informationen eingetragen werden. Parallel dazu sollte man die Informationen auch in Ahnentafeln vermerken, bei denen man mehrere Generationen auf einen Blick vor sich hat. Mehr als fünf Generationen sollten diese Tafeln aber nicht umfassen - sonst wird es wieder unübersichtlich.

Ein wichtiges Hilfsmittel: Die Familienbücher

Familienforschung kann manchmal ein mühsames Geschäft sein. Um die Arbeit etwas zu erleichtern, gibt es schon seit mehreren Jahrzehnten Familienbücher, die gelegentlich auch als Ortssippenbücher bezeichnet werden. Hierbei handelt es sich um Bücher, bei denen das im Kirchenbuch  nach Taufen, Hochzeiten und Sterbefällen gegliederte und innerhalb dieser Blöcke chronologisch angeordnete Datenmaterial alphabetisch nach Kernfamilien (Eltern und Kinder) gegliedert ist. Jede dieser Familien bekommt eine laufende Nummer. Bei den Eltern ist jeweils vermerkt, aus welcher Familie sie stammten, während bei den Kindern die Nummer der Familie angegeben ist, die sie später selbst gegründet haben. Mit Hilfe dieser Familienbücher, deren Erstellung freilich sehr aufwendig ist, kann man nun sehr schnell und komfortabel recherchieren. Im Lesesaal der Archivstelle Boppard stehen Ihnen eine Vielzahl solcher Bücher zur Verfügung.

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Kirchenbuchverfilmung

Die Archivstelle Boppard ist für die kirchenbuchverfilmung im gesamten Bereich der Evangelischen Kirche im Rheinland zuständig. Die Mikroverfilmung bietet viele Vorteile für die Familienforscher, die Kirchengemeinden und nicht zuletzt für das Archiv selbst:

  • Die wertvollen Originale können bei konstanten Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsverhältnissen im Magazin verbleiben,
  • Die Pfarrämter werden von der Bearbeitung genealogischer Anfragen entlastet, da genealogische Recherchen vom Personal der Archivstelle Boppard vorgenommen werden,
  • Familienforscher müssen nicht in die vielen einzelnen, oftmals weit voneinander entfernt liegenden Pfarreien fahren, sondern haben in Boppard eine zentrale Anlaufstelle für Recherchen in den evangelischen Kirchenbüchern aus dem Raum zwischen Emmerich und Saarbrücken.

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